Künstlerin:

Tina Fischer

Tina lebt seit 2018 mit Parkinson – und hat ihrer Kreativität seither noch mehr Raum gegeben.

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Interview mit Tina Fischer

Schon immer gestaltend unterwegs, findet sie heute in der Kunst nicht nur Ausdruck, sondern auch Kraft, Fokus und Freiheit. Ob Malerei, Zeichnung, Druck, digitale Arbeiten oder dreidimensionale Gestaltung: Für Tina ist Kreativität ein geschützter Raum, in dem Neues entstehen darf – ohne Druck, aber mit umso mehr Leidenschaft.

Was machst du und warum hast du begonnen, dich künstlerisch zu betätigen?

Worauf immer ich gerade Lust habe: Ich male, zeichne, drucke und gestalte digital oder manchmal auch dreidimensional. Damit begonnen habe ich, weil mir diese Tätigkeiten Freude bereiten.

Welche Rolle spielt die Kunst in deinem Leben?

Ich finde es immer wieder faszinierend zu erleben, wie vor meinen Augen etwas Neues entsteht, von dem ich anfangs oft nur eine vage Vorstellung oder Idee im Kopf hatte.

Was bedeutet sie dir im Umgang mit Parkinson?

Sie ist für mich ein Raum, in den ich mich zurückziehe, um in die kreative Tätigkeit einzutauchen und Energie zu tanken. Dabei vergesse ich Krankheit, Symptome und Alltag und erlebe das positive und befriedigende Gefühl, „etwas mit den eigenen Händen zu schaffen“.

Was sind Deine Ziele?

Diese Frage stelle ich mir gar nicht, da ich weiterhin ohne Druck und ohne bestimmtes Ziel gestalten möchte. Ich freue mich aber immer sehr, wenn ich jemandem mit einem selbst gemalten Bild eine Freude machen kann.

Was gibt dir die künstlerische Tätigkeit persönlich?

Ich kann einerseits komplett eintauchen und die Welt vergessen, andererseits nehme ich sie auch viel intensiver wahr, wenn ich z. B. beim Urban Sketching versuche, eine Szene des Alltags aufs Papier zu bringen, und meine Umwelt dabei sehr genau beobachte.

Was möchtest du anderen Betroffenen und Angehörigen mit auf den Weg geben?

Geht neugierig durch die Welt und seid offen für neue Erfahrungen und Menschen. Probiert aus, experimentiert, versucht, eure persönliche Energiequelle zu finden. Die Krankheit wird euer Leben verändern, aber ihr habt es ein Stück weit selbst in der Hand, wie oder mit welchen Tätigkeiten ihr diese Veränderung erlebt/gestaltet.

Was ist DEINE persönliche Botschaft?

Gemeinsam sind wir stark – ein grosses Danke an all die Parkinson-Mitbetroffenen, die mich auf meinem Weg begleiten und Erlebnisse wie diese Ausstellung ermöglichen.